Am 17. Juni 2017 ist Priesterweihe im Speyerer Dom.
Die Stabsstelle „Berufungspastoral Speyer“ und verschiedene ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich Gedanken gemacht und 15 Fragen entwickelt.  Die Priesteramtskandidaten konnten sich daraus sechs auswählen und beantworten. Thomas Ott aus Waldmohr steht hier Rede und Antwort:

Ø Was willst du mit deiner Arbeit bewirken?
Als Priester möchte ich mithelfen das Reich Gottes hier auf der Erde zu
verwirklichen, indem ich die frohe Botschaft verkünde, Bedürftigen beistehe
und auf Christus als den Retter der Menschen hinweise. In der Pfarrei möchte
ich Menschen, die Gott suchen, helfen ihn zu finden.

Ø Was gibt dir Sicherheit, dass deine Entscheidung richtig ist?
Sicherheit gibt mir das Wort Gottes, das an mich persönlich gerichtet ist. Ich
bin überzeugt, dass Gott auch heute durch die Hl. Schrift zu den Menschen
spricht.

Ø Wo bleibt Jesus bei dir? Hat er Platz in deiner Arbeit?
Mir ist es wichtig, über den Tag verteilt mit Gott durch das Gebet in Kontakt zu
treten. Jesus hat das anschauliche Bild vom Weinstock und den Reben
verwendet. Damit verweist er darauf, dass nur diejenigen, die in ihm sind,
Frucht bringen werden. Es wichtig die Verbindung mit dem auferstandenen
Herrn aufrecht zu erhalten. Er selbst sagte: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“
(Joh 15,5). Im Alltag bemühe ich mich Jesus als Maßstab meines Handels zu
nehmen.

Ø Ist der Zölibat in der heutigen Zeit noch sinnvoll?
Ja. Ich möchte mit den Worten des Hl. Johannes Paul II. antworten: „Das Herz
des Priesters soll frei sein für Gott.“ Der Zölibat, das Versprechen allein und
unvermählt zu leben, ist ein Zeichen für das bereits begonnene Reich Gottes.

Ø Warum ist in der heutigen Zeit der Glaube scheinbar so unattraktiv?
Glauben bedeutet Vertrauen. In der heutigen Zeit gibt es eine starke
Konkurrenz durch zahlreiche Freizeitmöglichkeiten, sodass kaum Zeit bleibt,
sich mit dem Glauben auseinanderzusetzen. Dass ein Mensch zum Glauben
kommt, ist nicht selbstverständlich. Es hängt von einigen Faktoren ab wie z.B.
von seiner Offenheit, Bibelkenntnissen, persönlichen Erfahrungen,
Bereitschaft zum Suchen, Interesse an den Zeugnissen bekehrter Christen,
usw. Gott eröffnet immer wieder neue Möglichkeiten des Glaubens für
diejenigen, die nach ihm suchen.

 

Noch ein paar kurze Eindrücke:

 

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Am 17. Juni 2017 ist Priesterweihe im Speyerer Dom.
Die Stabsstelle „Berufungspastoral Speyer“ und verschiedene ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich Gedanken gemacht und 15 Fragen entwickelt.  Die Priesteramtskandidaten konnten sich daraus sechs auswählen und beantworten. Hier die Gedanken von Dr. Dominik Schindler aus Homburg:

Ø Warum?
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Botschaft Jesu auch für unsere Zeit nichts von ihrer Aktualität und Relevanz eingebüßt hat. Es braucht Menschen, die sich in den Dienst der Botschaft vom Reich Gottes stellen und diese mit frohem Mut in die Welt tragen. Und hierzu bin ich gerne bereit!

Ø Wo siehst du die katholische Kirche realistisch in 10 Jahren?
In die Zukunft kann ich natürlich nicht schauen. Ziemlich klar scheint mir, dass Kirche zukünftig ein anderes Erscheinungsbild haben wird, als es heute der Fall ist. Jedoch bin ich mit einem Blick auf die Kirchengeschichte ziemlich gelassen. Es gab immer Blütezeiten und Zeiten, in denen es weniger gut für die Kirche lief. Wie Kirche in zehn Jahren aussehen wird, hängt vor allem von den Schwerpunkten ab, die heute gesetzt werden – sei es auf Ebene des Bistums oder der Pfarreien. Die Frage ist, ob ich mich auf den Kern dessen konzentriere, was Kirche auszeichnet und nur die Kirche zu bieten hat. Dies ließe an Kontur gewinnen. Wer Kontur und eine klare Position hat, wird im gesellschaftlichen Diskurs wahrgenommen. Die Möglichkeit wächst, anziehend zu sein. Kirche hat zu Hauf überzeitliche und daher „zeitlose“ Werte zu bieten.
Ich denke, dass in zehn Jahren die Bereiche, die nicht zum Kernbereich und Kernauftrag der Kirche zählen bzw. solche Bereiche, die bereits seit Jahrzehnten rückläufig sind, nicht mehr das Aussehen der Kirche prägen werden.

Ø Was willst du mit deiner Arbeit bewirken?
Denen, die bereits in der Kirche Wurzeln haben, Kraft geben
Die Neugierde der Fernstehenden wecken,
Denen, die kritisch sind, Rede und Antwort stehen
Die Gottesbeziehung der Zweifler stärken,
Den Blick zu dem öffnen, was unsere Sinne übersteigt –
Sensibilisieren für das Göttliche in der Welt.
Ein sehr hoher Anspruch, aber als Christi Mitstreiter, bin ich stets zuversichtlich!

Ø Hast du Gewissheit? Brauchst du Gewissheit?
Gewissheit ist ja fast dasselbe wie absolute Sicherheit und die kann es meiner Meinung nach sowieso nicht geben. Schon gar nicht, wenn man sich aufmacht, die Botschaft Jesu in die Welt zu tragen. Auch im Blick auf das Neue Testament, bei der Aussendung der Jünger, war immer ein gewisses Wagnis dabei.
Um dieses Wagnis einzugehen, reicht jedoch die Gewissheit, die ich aus dem Vertrauen auf Gott schöpfen kann. Und aus eigener Erfahrung kann ich mit einem Liedvers bestätigen: „Wer nur dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut“.

Ø Wie schaut dein Tagesablauf aus?
Einen festen Tagesablauf gibt es eigentlich nicht. Kein Tag gleicht dem andern und insofern ist auch der Tagesablauf jeweils verschieden. Manchmal folgt von morgens bis abends ein Termin dem andern, an einem anderen Tag gibt es manchmal auch Zeit zur Lektüre oder sich mit Freunden zu treffen. Jedoch gibt es Eckpunkte, die den Tag strukturieren, egal was an Terminen ansteht. Zum einen sind das die Gebetszeiten. Je früher der erste Termin ansteht, je früher versuche ich aufzustehen, um den Tag in Ruhe beginnen zu können und eine Zeit der Betrachtung zu haben. Genauso ist mir die Feier der Eucharistie ein wichtiger Eckpunkt im Tagesablauf.

 
Ø Warum ist in der heutigen Zeit der Glaube scheinbar so unattraktiv?
Ich habe den Eindruck, dass der Glaube gar nicht so unattraktiv ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Innerhalb der Gesellschaft bemerke ich, dass eine große Neugier und Suche nach spirituellen Erfahrungen da ist. Viele Leute basteln sich ihren eigenen Glauben aus Versatzstücken unterschiedlicher Herkunft zusammen. Es ist meiner Meinung nach zu differenzieren zwischen Religiosität und Kirchlichkeit.
Kirchlichkeit scheint momentan aus verschiedensten Gründen unattraktiv zu sein. Jedoch denke ich, dass Kirche mehr mit dem über 2000jährigen Erfahrungsschatz wuchern sollte, um attraktiver zu werden. Vor allem auf die Ausstrahlung der Kirche und letztlich der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor allem im pastoralen Dienst kommt es an. Wenn es gelingt, bereits nonverbal die Freude am Glauben spürbar zu machen, wird auch Kirche wieder attraktiver sein!

 

Hier noch ein paar Eindrücke:

 

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