Warum ist Priester werden dein Weg ?

18. Mai 2017

Am 17. Juni 2017 ist Priesterweihe im Speyerer Dom.
Die Stabsstelle „Berufungspastoral Speyer“ und verschiedene ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich Gedanken gemacht und 15 Fragen entwickelt.  Die Priesteramtskandidaten konnten sich daraus sechs auswählen und beantworten. Die Reihe beginnt mit Matthias Schmitt aus Schifferstadt:

 
Ø Was willst du mit deiner Arbeit bewirken?
Menschen im Glauben zu begleiten und im besten Falle zu Gott zu führen. Ein sehr hohes Ideal, aber ohne Ideale bräuchte ich meinen Dienst nicht anzufangen.

 
Ø Wo bleibt Jesus bei dir? Hat er Platz in deiner Arbeit?
Mein Tag beginnt im Namen Jesu. Mit meinem Morgengebet bitte ich ihn um den Segen für die Arbeit, die den Tag über auf mich wartet. Am Abend lege ich all das was gut gelaufen ist, aber auch alle anderen Dinge zurück in seine Hände. Berufsbedingt begleitet mich Jesus den Tag über, doch manchmal muss ich mir das extra bewusst machen, dass ich nicht nur über Jesus rede, sondern mit Jesus.

 
Ø Wie schaut dein Tagesablauf aus?
Einen ganz typischen Tagesablauf gibt es nicht. Da ich gemeinsam mit meinem Praktikumspfarrer in Herxheim unter einem Dach im Pfarrhaus wohne, gibt es ein paar Fixpunkte, wie das Stundengebet um 7 Uhr und das Frühstück. Das gemeinsame Mittagessen und Abendessen. Dann verteilen sich die Termine, wie Gottesdienste, Trauergespräche und Beerdigungen, Schule oder Sitzungen. Bisher war in meiner Zeit als Diakon kein Tag wie der andere.

 
Ø Ist der Zölibat in der heutigen Zeit noch sinnvoll?
Wenn der Zölibat im wahrsten Sinne des Wortes ‚sinnvoll‘ gelebt wird, dann eindeutig ja. Sinnvoll heißt in diesem Fall, dass ich nicht allein für mich dahinlebe, sondern in meiner Beziehung zu Gott wachse und mein Leben als Christ zu einer ungefesselten Kraft für andere Menschen wird. Dadurch anderen Menschen zu zeigen, dass es sich lohnt alles auf die Karte Gott zu setzen, ist für mich Antrieb genug, zölibatär zu leben. Natürlich ist diese Lebensform nicht immer leicht, aber das hat jede Beziehung so an sich.

 

Ø Woran erkennt man, dass man berufen ist?
„Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.“, so hat Papst Benedikt XVI. mal gesagt. Und so ist es mit Berufung, jede ist unterschiedlich. Gott ruft Menschen durch Ereignisse und Dinge, die in seinem Leben geschehen. So erfährt jeder Einzelne wie eng Gottes Berufung mit seinem Leben zusammenhängt. Es braucht Zeit zu Reflexion und Gebet, zum Hören auf Gott. Und ich bin sicher, dass Gott einen Weg findet, wenn er jemanden in seinen besonderen Dienst rufen will. Die Frage ist nur, ob ich darauf auch antworte?

 

Ø Warum ist in der heutigen Zeit der Glaube scheinbar so unattraktiv?
Es wird zu wenig über Glauben gesprochen und zwar über den persönlichen Glauben. Wenn ein Thema nicht angesprochen wird, dann kann sich ein anderer nicht dazu verhalten. Glaube wird an manchen Stellen, auch in der Kirche, totgeschwiegen und sich auf Strukturen und Probleme fixiert. Erst durch mein persönliches Zeugnis wird Glaube für Menschen interessant und vielleicht auch attraktiv.

 
Hier noch ein paar weitere Eindrücke und Aussagen:

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