Miteinander, Geistliche Kommunion, Hausgottesdienst, Livestreams

21. März 2020

In ziemlich kurzer Zeit hat sich unser Alltag verändert. Wir müssen uns mit Einschränkungen im täglichen Leben auseinandersetzen und erleben auch einen neuen Umgang miteinander – Dank sei Gott vorwiegend positiv. Das kann sicher zu einem Segen in dieser ungewissen Zeit werden.
Was gewiss ist: auch in dieser Situation ist Jesus an unserer Seite.
Kirchlich gesehen gibt es auch eine bisher in dieser Form nie dagewesene Situation: Wegen der Viruskrise ist es jetzt für die meisten Menschen nicht möglich, Jesus leiblich in der Gestalt der Hostie zu empfangen. Menschen, die regelmäßig die Kommunion empfingen, stimmt das traurig. Verschiedene Personen, die dem Allerheiligsten Altarsakrament sehr verbunden sind, bezeichneten diesen Verzicht mit den Worten, „es macht mich fassungslos“. Erfahrungsgemäß lernt man vieles erst schätzen, wenn man es nicht mehr haben kann.
So sind wir in diesen Tagen (und wohl auch Wochen) eingeladen zur geistlichen Kommunion. Sie ist eher ungewohnt. Sie ist immer möglich, ob jetzt während eines Livestreams oder im stillen Gebet in einer leeren Kirche oder auch, wenn wir wieder die Eucharistie ohne Einschränkung empfangen können. Diese Übung hilft, eine persönliche Freundschaft mit Jesus aufzubauen, die nicht auf den Besuch einer heiligen Messe beschränkt ist. Ja, es geht um Beziehungsarbeit.
„Bleibt in meiner Liebe!“, sagt Jesus bei seiner zweiten Abschiedsrede (Joh 15, 9). Der Moment der geistlichen Kommunion führt zu Jesus zurück und erfüllt die Seele wieder neu mit seiner Liebe. Gottes Plan hinter den Sakramenten ist es, sich selbst sinnlich erfahrbar zu machen. Beim letzten Abendmahl sagt Jesus deshalb: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ (Lk 22,19). Da Jesus aber nicht an die sinnlich erfahrbaren Sakramente gebunden ist, findet er auch so den Weg in die Herzen der Menschen. Gerade auch jetzt!
Bestimmt verändern sich in dieser außergewöhnlichen Zeit auch die Beziehungen untereinander: in der Familie, dem Freundeskreis, auf der Arbeit. Und das bestimmt zum Positiven! Vertrauen wir hier auf Jesus Chrtistus, der uns miteinander geheimnisvoll verbindet.
Unser Bischof Karl-Heinz Wiesemann sagt in diesen Tagen  Wir sind trotzdem eine Gebetsgemeinschaft. Das können wir auch miteinander erleben, indem wir uns auf digitale Weise uns miteinander verbinden oder einfach auch ganz still im Herzen“. „Füreinander da sein, aufmerksam aufeinander sein, solidarisch füreinander sein, verantwortlich handeln: Das ist etwas sehr Wesentliches in diesem Augenblick.“
Gehen wir miteinander einen Weg der gegenseitigen Ermutigung und Hoffnung.

 

Zur Unterstützung können dienen:
Tägliche Hausgottesdienste finden sich z.B. hier:  https://bit.ly/2Wz3oXI

Die heilige Messe Sonntag und Werktag im Livestream im Bistum Speyer hier: https://bit.ly/3bib98e

Gebete zur geistlichen Kommunion

Du senkst voll Liebe deinen Blick in meinen, und neigst dein Ohr zu meinen leisen Worten, und füllst mit Frieden tief das Herz. Doch deine Liebe findet kein Genügen in diesem Austausch, der noch Trennung lässt. Dein Herz verlangt nach mehr. Dein Leib durchdringt geheimnisvoll den meinen, und deine Seele eint sich mit der meinen: Ich bin nicht mehr, was einst ich war. Du kommst und gehst, doch bleibt zurück die Saat, die du gesät zu künftiger Herrlichkeit, verborgen in dem Leib von Staub. Amen.

Heilige Edith Stein

Weil ich dich am heutigen Tag nicht sakramental empfangen kann, mein Herr, mögest du es fügen, du   unerschaffene   Güte   und   Kraft,   dass   ich   dich jetzt,   und   zu   jeder   Stunde   und   an   jedem   Tag, würdig   geistlich   empfange,   indem   du   mir   neue Gnade   und   Kraft   gegen   alle   meine   Feinde   gibst. Und vor allem gegen jene Leidenschaft und jenen Feind, gegen den ich kämpfe und mit deiner Hilfe Krieg   führe,   um   dir   zu   gefallen   und   um   deinen Willen zu tun. Amen.


Gebet des Hl. Nikodemus, vom Berg Athos:

Mein Jesus, ich glaube, dass Du im allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bist. Ich liebe dich über alles und meine Seele sehnt sich nach Dir. Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann, so komme wenigstens geistigerweise zu mir. Ich umfange Dich, als wärest Du schon bei mir und vereinige mich mit Dir! Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an. Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne. Amen

Gebet des hl. Pater Pio

Herr, allmächtiger Vater
ich danke Dir für alle Deine Wohltaten und ganz besonders dafür, dass Du mich mit dem kostbaren Leib und Blut Deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, geistig speisen möchtest.

Ich bitte Dich, lass dieses Heilige Sakrament mir zur Quelle des Erbarmens und zum ewigen Heil gereichen.

Die Heilige Eucharistie sei für mich, Rüstung des Glaubens und Schild des guten Willens; sie möge mich von meinen Fehlern reinigen und alle Tugenden vermehren; mich gegen alle Nachstellungen  meiner sichtbaren und unsichtbaren Feinde schützen, mich innig und unzertrennlich mit Dir, dem einen und wahren Gott, verbinden und mir so helfen, mein letztes Ziel zu erreichen.

Schenke mir armen Sünder, zu jenem unaussprechlichem Gastmahl zu gelangen, wo Du mit Deinem Sohn und dem Heiligen Geist Deinen Heiligen das wahre Licht bist, die ewige Freude, der vollendete Friede und die vollkommene Seligkeit.

Amen.

Gebet während der Kommunion auf Radio Horeb

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