Berufung?

Was ist das?

1. Berufung – da geht’s ums Ganze
Berufung meint nicht nur einen Teil von Dir. Zum Beispiel: welcher Beruf zu Dir passt. Berufung meint Dich als „Ganzen“, als „Ganze“! Es geht um Deine Identität: Wer bin ich? Wozu bin ich?

2. Berufung ist mehr als Psychologie
Berufung hat viel mit dem zu tun, was die Psychologie mit Begriffen wie „Persönlichkeitsentwicklung“ oder „Identitätsfindung“ beschreibt. Denn jeder Mensch folgt in seiner Entwicklung äußeren und inneren Gesetzen. Berufung fällt nicht einfach vom Himmel. Aber trotzdem ist Berufung mehr als Psychologie!

3. Gott ruft
Von Berufung sprechen, heißt von Gott sprechen. Denn er ist es, der ruft. Sein Ruf ist der eigentlich Kern jeder Berufung. Gibt es dafür einen Beweis? Nein. Aber es gibt uralte Erfahrungen in allen Religionen. Schon immer haben Menschen durch eine persönliche Gottesbegegnung ihren Lebensauftrag erkannt. Und sind in ihrer Aufgabe völlig aufgegangen.

4. Die Bibel – ein Berufungsbuch
Auch die Bibel ist voller Berufungsgeschichten! Abraham, Moses, Mirjam, Elias, die Jünger, Paulus… Sie alle hörten sich bei ihrem Namen gerufen. Sollten sie sich etwa alle getäuscht haben? Sie hörten von Gott her: „Du, ich rufe Dich! Geh in meinem Namen! Bist Du bereit?“

5. „Folge mir nach!“
Mit Jesus tritt einer auf, der einfach selbst Menschen anspricht und ruft. So wie Gott im Alten Testament. Ungeheuerlich! Er bindet Menschen an sich und sie folgen ihm. Seine Botschaft lässt sie nicht mehr los. Seine Einladung, sein Ruf dringt durch alle Jahrhunderte bis zu uns heute.

6. Berufen ins Menschsein
Heute geht es um Dich. Um Dich als ganze Person, als ganzer Mensch. Der wichtigste An-Ruf Gottes heißt: Entwickle alle Deine Fähigkeiten und Talente, die ich Dir mitgegeben habe. Entfalte Dich als Mensch, als Frau oder Mann, inmitten Deiner Familie. Bring Dich ein in die Gemeinschaft, suche Freunde und Freundinnen. Entdecke Deine Hobbies und bilde daran Deine Fähigkeiten aus. Entwickle Dein Menschsein, denn ich habe Dich einmalig geschaffen.

7. Berufen ins Christsein
In unserem Menschsein steckt schon ein tieferer Ruf Gottes: Auch ich will mit Dir Gemeinschaft haben, denn Du bist mein Geschöpf, mein Kind. Du trägst mein Bild ganz tief in Dir. Ich kenne Dich und habe Dich in meine Hand eingeschrieben. In Jesus Christus bin ich Dir als Mensch entgegen gekommen, um mit Dir Freundschaft zu schließen und einen gemeinsamen Weg zu gehen. Ich will nichts anderes, als dass Du Du selbst werden kannst.

8. Berufen ins Jüngersein
Wer anfängt, sich auf Gott einzulassen, der hört noch mehr: Du, die Menschen, die Welt – sie brauchen Dich. Sie brauchen Deine Gaben und Talente. Ich brauche Dich für die Welt. Setz Dich voll ein in dem Beruf, der Dir entspricht! Setz Dich ein für die Menschen! Gib dem Guten Dein Gesicht, Deine Hände und Füße in dieser Welt!

9. Berufen zu einem Beruf der Kirche
Für einige Menschen wird diese Sendung zu einem Beruf in der Kirche: Du, ich brauche Dich und Deine Gaben für die Kirche. Gib dem Evangelium Dein Gesicht als Religionslehrer/in, als Pastoral- oder Gemeindereferent/in, als Pfarrsekretärin oder Kirchenmusiker! Hilf mit, dass meine Botschaft auch heute die Menschen erreicht!

10. Berufen zu einem geistlichen Beruf
Für einige wird der Gedanke, in der Kirche zu arbeiten, zu einem Anruf für ihre ganze Lebensgestaltung. Als Priester oder in einer Ordensgemeinschaft wollen sie nicht nur ihre beruflichen Fähigkeiten einbringen, sondern ihr ganzes Leben auf Gott einstellen. Sie lassen sich in ein Leben der evangelischen Räte hineinrufen: Armut – sich von nichts innerlich abhängig machen; Ehelosigkeit – sich für die Beziehung zu Gott frei halten Gehorsam – sich senden lassen und zur Verfügung stellen. Darin wollen sie Jesus ähnlich werden: Er war Berufung in Person.

    Nachwort: Frage 50 Menschen, was sie unter Berufung verstehen, und Du wirst 51 Antworten bekommen. Frage deshalb lieber einen Berufenen, und er wird es Dir be-Zeugen!

    (entnommen dem schönen Netzauftritt der Schweizer Salvatorianer)