Gottes Stimme klingt dreifach

Wie kann ich herausfinden, was Gott für mich vorhat? Viele fragen mich das.

Gottes Stimme setzt sich aus verschiedenen Klängen zusammen: Dieser Gedanke des österreichischen Jesuiten P. Josef Maureder SJ hat mich gleich fasziniert – nicht nur, weil mich musikalische Bilder immer ansprechen, sondern vor allem weil ich sofort gedacht habe: Das stimmt, bei mir war es auch so.

Hier sind sie also, die drei Klänge. Du wirst sie hören können, wenn du dir immer wieder die entsprechende Fragen stellst und sie mit Gott ins Gespräch bringst. Er kennt dich besser als du selbst. Er ist größer als dein Herz, und er weiß alles (vgl. 1 Joh 3,20). Lass dir und lass ihm Zeit. Ich bete mit, versprochen!

1. DEINE NATUR: der tragende Klang der Stimme Gottes

  • Bist du auf dem Weg, dich selbst immer mehr kennenzulernen?
  • Kannst du dich annehmen, so wie du bist – mit dem, was du kannst, und auch mit dem, was du (noch) nicht kannst? Denn Gott überfordert dich nicht, sondern baut auf dem auf, was du mitbringst.

„Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10,10)

2. DEINE SEHNSUCHT: der drängende Klang der Stimme Gottes

  • Wohin zieht es dich im tiefsten?
  • Was möchtest du, dass andere einmal von dir sagen, wenn du gestorben bist?

„Was sucht ihr?“ (Joh 1,38) – „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ (Mk 10,51).

3. DIE WIRKLICHKEIT: der anziehende und beunruhigende Klang der Stimme Gottes

  • Bist du sensibel für die Wirklichkeit um dich herum, durch die Gott zu dir redet?
  • Achtest du darauf, was für ein Echo das, das was dir Tag für Tag begegnet, in dir auslöst?
    o eine Erfahrung mit einem armen Menschen,
    o ein Ereignis, das dich aufwühlt,
    o ein Wort des Herrn in der Heiligen Schrift,
    o die Bemerkung eines Freundes oder einer Person, die dir wichtig ist,
    o eine Predigt, ein Wort der Kirche etc.

„Gott umarmt uns durch die Wirklichkeit.“ (Willi Lambert SJ)

Hier ein paar konkrete HILFEN ZUR ENTSCHEIDUNGSFINDUNG:

  • Lies täglich in der Bibel und frage dich, was das Wort mit deinem Leben zu tun hat.
  • Notiere in einem „Berufungstagebuch“ alle Ereignisse, die dich angesprochen haben.
  • Schau vor dem Schlafengehen auf den Tag zurück, z. B. mit dem „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ (Ignatius von Loyola).
  • Führe regelmäßig ein ehrliches Gespräch mit einem, der im geistlichen Leben „einen Steinwurf weiter“ ist als du.