Runder Tisch Berufungspastoral

Zuerst einmal wird gescherzt und viel gelacht. Die Sache ist nicht nur wichtig, sondern sie macht auch Spaß. Das ist unverkennbar, wenn sich alle sechs bis acht Wochen der „Runde Tisch Berufungspastoral“ trifft meist im Priesterseminar in Speyer. Vertreter und Vertreterinnen der verschiedenen in der Seelsorge tätigen Berufsgruppen sitzen mit am Tisch, Priester, Pastoral- und Gemeindereferenten, Männer und Frauen, Ordensleute, Verantwortliche aus dem Jugendamt, aus dem Bereich der Schulen.

„Wir wollen offen sein für junge Menschen, für ihre Fragen und ihr Interesse am Priesterberuf oder an einem anderen pastoralen Beruf in der Kirche; wir wollen sie ansprechen, begleiten und ermutigen.“ So umschreibt Pfarrer Volker Sehy, Leiter der diözesanen Informationstelle Berufe der Kirche, das Ziel der Gruppe, die sich vor rund vier Jahren im Bistum Speyer zusammengefunden hat.

Ein Ausgangspunkt war die abnehmende Resonanz bei den Informationstagen der einzelnenen Berufsgruppen, wie Marianne Steffen, Diözesanreferentin für die Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten im Bistum Speyer, erläutert. Daraus ergab sich die Frage: Was können wir angesichts des Priestermangels und zurückgehender Bewerberzahlen bei Pastoral- und Gemeindereferent
gemeinsam tun, um geistliche Berufungen im Bistum zu födern? Als bloße „Werbetruppe für geistliche Berufe“ sieht sich der Kreis indes nicht. Er will mit seinen Aktivitäten auch das Bewusstsein stärken, dass alle Christen berufen sind, Zeugnis zu geben für die Botschaft Jesu Christi.

Noch eine Frage stand am Beginn des Runden Tisches: Wie können Vorurteile zwischen den einzelnen in der Seelsorge tätigen Berufsgruppen abgebaut werden? Dass dies durch die gemeinsame Arbeit immer besser gelingt, freut Volker Sehy und die übrigen Mitglieder des Runden Tisches. Wichtig sei, dass der „ganze Strauß der Berufungen blühen kann“, so Patrick Stöbener von Jugendamt und Bund der Katholischen Deutschen Jugend (BDKJ).

Dass die Jugendverbände bei dem Runden Tisch dabei sind und auch die Ordensleute und Verantwortliche aus dem Schulbereich, hat mit einer „Idee der Vernetzung“ zu tun. Je besser wir unsere Arbeit vernetzen, desto erfolgreicher können wir sein. In diesem Zusamenhang ist auch eine Ausschreibung an den Schulen zu sehen: Gesucht wird ein Logo für die Informationsstelle Berufe der Kirche. Nicht nur die Religionskurse sind dabei angesprochen, sondern auch Kurse im Kunstunterricht.

Der „Runde Tisch“ engagiert sich in unterschiedlichen Bereichen. Auf dem Diözesan-Katholikentag in Johanniskreuz ist er präsent, bei den jährlichen diözesanen Weltjugendtagen, und vielen anderen Veranstaltungen. Auch Pfarreien oder Firmgruppen können die Gruppe ansprechen.

„Wir wollen auch ein Zeichen setzen gegen das weit verbreitete Gejammere in unserer Kirche. Wir wollen über Kirche und kirchliche Berufe informieren. Und wir wollen motivieren. Wir wollen uns selbst einbringen“, betont Volker Sehy. Man sei kein Gremium mit Satzung und Geschäftsordnung. „Wir wollen nur da sein für junge Menschen, die ihren Weg suchen.“

Norbert Rönn im PILGER, der Speyerer Kirchenzeitung, vom 7. Mai 2006